Solidarischer Handel

Die Marktwirtschaft kapitalistischer Prägung ist nicht solidarisch, was sich leicht an Schlüsselbegriffen wie “Gewinnorientierung”, “Profitmaximierung” etc. ablesen lässt. Wo es um die beständige Schaffung von Mehrwert geht, hat Solidarität höchstens auf dem Papier ihren Platz. Und Papier ist bekanntlich geduldig. Realität ist, dass sich die eine Seite der Produktionskette permanent über die Maßen bereichert und die Prodzent*innen an ihrem anderen Ende nur mit Glück gerade genug zum bloßen Überleben haben. Das erscheint uns weder fair noch viel weniger solidarisch; und dehalb werden wir mit unserer Kaffeerösterei einen anderen Weg einschlagen.

Solidarische Ökonomie ist ein Ansatz, dem neoliberalen Handel eine Alternative entgegenzusetzen. Gute Beispiele für das Funktionieren einer solchen finden wir in Argentinien, wo nach dem völligen Zusammenbruch der Wirtschaft im Jahre 2001 diverse Betriebe von den Arbeiter*innen übernommen worden sind und seitdem auf Selbstverwaltung basieren. Eine Wirtschaft, die für den Menschen ist; und nicht der Mensch, der für die Wirtschaft als Selbstzweck lebt – so könnte mensch (wenn auch natürlich leicht verkürzt) das Ziel solidarischer Ökonomie benennen. Und weil Worte leicht zu Phrasen verkommen, gerade wenn es darum geht, eigene Projekte darzustellen, sei dies noch einmal mit anderen Worten gesagt: In unserem Kollektiv werden wir keinen Gewinn erwirtschaften. Unser Ziel ist es, unseren Bedarf zu decken; ebenso wichtig ist uns aber, dass dies nicht auf Kosten anderer geschieht, so dass eine angemessene Verteilung der durch den Handel erzielten Gewinne auf alle Beteiligten immer Priorität hat.

Wir sehen in solidarischem Handel eine Perspektive für eine Verbesserung von ökologischen Standards, sowie sozialen und wirtschaftlichen Umständen der Produzent* innen. Ein Aspekt im solidarischen Handel liegt darin, dass wir den Bäuerinnen und Bauern in den Kooperativen einen Preis zahlen wollen, der in einem reellen Verhältnis zum Umsatz steht. Deshalb wollen wir Rohkaffee kaufen und verarbeiten, dessen Preis sich an der Arbeit der Produzent *innen und unseres Kollektivs orientiert; und hierbei nicht die eigene Arbeit finanziell höher werten als die in den Produktionsländern geleistete. Das erfordert auch einen regelmäßigen, persönlichen Austausch mit den Produzent*innen, weshalb wir den Direktimport von Rohkaffee anstreben.

Die Bauern erhalten Vorauszahlungen für die kommende Kaffeeernte. Außerdem werden wir nur ökologisch nachhaltig angebauten Kaffee verarbeiten, da ökologische und soziale Nachhaltigkeit von gleicher Wichtigkeit ist!

Einen gut lesbaren und informativen Artikel findet Ihr hier bei Wikipedia.