Verpackungsfreier Kaffee aus Kolumbien

03.08.2018, 16:43 Uhr

Loser Röstkaffee aus Kolumbien

Seit Anfang 2018 rösten wir für Aroma Zapatista eine kolumbianische Bohne als Filterkaffee und Espresso, unser Nachbar-Kollektiv verkauft diese verpackungsfrei!!

Hier dazu ein Infotext von Aroma Zapatista:
Der Schutz der Natur und unserer Umwelt umfasst unterschiedliche Bereiche in denen dringender Handlungsbedarf besteht. Eines ist die Vermeidung bzw. Wiederverwertung von Müll. Wir möchten einen kleinen Teil dazu beitragen und bieten euch ab sofort den unverpackten, losen Röstkaffee „Saakhelu“ an.
Immer mehr Verpackungsmüll
Gewinninteressen und Wachstum von Unternehmen in der kapitalistischen Gesellschaft stehen in einem unvereinbarlichen Verhältnis zu Natur- und Ressourcenschutz. Die Konkurrenz um Marktanteile  äußerst sich unter anderem darin, dass die Zahl von Einwegverpackungen und der betriebene Aufwand in der Herstellung von Produkten seit langem ansteigt. Allen Nachhaltigkeitstrends und Umweltreformen zum Trotz finden sich immer aufwändigere Verpackungen, um Produkte auf dem Markt zu platzieren, neue Käufer*innengruppen zu erreichen und Absatzsteigerungen zu erzielen: Kleinere Verpackungsgrößen für Single-Haushalte, Convenience-Produkte für zwischendurch oder der Wegerf-Coffee-To-Go-Becher. Nach mehr als 40 Jahren ökologischer Bewegung hierzulande sollte mensch annehmen, dass wir an einem anderen Punkt stehen müssten. Ernüchternd sind ebenso die Prognosen von Expert*innen, die darauf hindeuten, dass sich auch das Verbraucher*innenverhalten in näherer Zukunft nicht maßgeblich verändern wird. Unser kleiner Beitrag soll unsere Kund*innen dazu inspirieren auch bei Röstkaffee auf Verpackung zu verzichten.

Der NABU berichtet, dass von 78 Mio. Tonnen weltweit benutzten Plastikverpackungen ca. 32 Prozent unkontrolliert in der Natur landen. Allein ca. 10 Mio. Tonnen Müll gelangen jährlich in die Meere, etwa 75 % davon ist Kunststoff. Die Probleme, welche für die Meerestiere- und organismen daraus resultieren, sind mehr als bekannt. Zu viele Produkte und Verpackungen landen im Restmüll und werden verbrannt, anstelle der Wiederverwertung zugeführt zu werden.

Loser Filterkaffee und Espresso – günstiger und auch per Post
Wir bieten euch zwei Sorten losen Röstkaffee an: Einen Filterkaffee und einen milden Espresso. Dafür wird der Rohkaffee der Bewegung des CRIC (Consejo Regional Indígena del Cauca) von der kollektiven Kaffeerösterei „La gota negra“ in einem handwerklichen Trommelröstverfahren geröstet. Der Röstkaffee wird bei uns in Aroma bewahrenden Blecheimern aufbewahrt. Daraus werden die Kaffeebohnen in von euch mitgebrachte Behältnisse gefüllt. Auch der Versand ist möglich: Ab einer Menge von 2 Kilo, füllen wir den Kaffee in dünne Plastiktüten zum Versand in  Kartons. Zur Lagerung zu Hause verkaufen wir euch dazu auch gerne auf Anfrage Blecheimer (30 Liter Volumen) zum Einkaufspreis weiter. Desweiteren bieten wir euch ein 50g Probepäckchen für 1,50 € an. Da die Kosten für die Verpackung ebenso wie für die Etiketten wegfallen und der Arbeitsaufwand für das Abfüllen des Röstkaffees ausbleibt, können wir euch den losen Röstkaffee günstiger anbieten: 20,00 € / kg. Im Vergleich dazu kostet unsere handwerkliche Trommelröstung „Preguntando Caminamos“, die verpackt verkauft wird, 2,00 € / kg mehr.

„Saakhelu“ – ein anti-koloniales Erwachen
Der Name des losen Röstkaffees „Saakhelu“ wurde uns von der Kaffeekooperative des CRIC, der CENCOIC vorgeschlagen. Es ist Teil der Bezeichnung des wichtigsten Festes der Nasa, welche die größte indigene Bevölkerungsgruppe im Cauca darstellt. Die kulturelle Identität der indigenen Gruppen des Cauca ist durch die mehr als 500 Jahre europäischer Invasion und Kolonialisierung in großen Teilen zerstört worden: Ihre Sprachen, ihre kulturellen Rituale, ihre medizinischen Methoden, ihre traditionelle Ernährung. Ein wichtiges Ziel des Kampfes der indigenen Bevölkerungsgruppen des CRIC ist die Wiederaneignung ihrer kulturellen Identität. Als ein Element dieser Wiederaneignung wird seit 1994 das Ritual „Saakhelu Kiwe Kame“ – „Das Erwachen der Samen“ gemäß der Überlieferungen begangen. Jedes Jahr im August/September, wenn die Einsaat beginnt, findet diese Art Erntedankfest statt. Gemeinschaftlich wird der „Mutter Erde“  für die Ernte und  das Leben, das sie ermöglicht, gedankt. Ebenso ist es Ausdruck der Verteidigung des Lebens, der indigenen Territorien, des Rechts auf eigenes Saatguts und ihrer Spiritualität.

Café Saakhelu – kollektiv angebaut, gehandelt und geröstet, unverpackt verkauft und solidarisch genossen! Viel Spaß dabei!